Brustvergrößerung: OP-Techniken in Köln-NRW

Welche Loge bzw. Implantattasche ist die Beste zur Brustvergrößerung? Hinter die Drüse bzw. vor den Muskel (subglandulär)? Ganz hinter den/die Muskel(n) (komplett submuskulär) oder nur partiell hinter den Muskel? Partiell hinter den Muskel und partiell hinter die Drüse (Dual-Plane nach Tebbetts, Multi-Plane nach Stan/Per Héden)?

Auch bei diesem Thema gibt es großen Streit bei den Gelehrten insbesondere in Europa. 
Aus meiner Sicht gibt es auch bei der Wahl der Implantatloge zur Brustvergrößerung keinen Königsweg. Es gibt nicht den einzig richtigen Weg. Es kommt wie immer drauf an: Was möchte die Patientin? Welche anatomischen Voraussetzungen bringt die Pat. mit? Welches sind die Begleitumstände (z.B. vorangegangene Brustoperation)? Ist die Pat. sportlich sehr aktiv? Ist die Pat. unter Zeitdruck? Welche Art von Ergebnis möchte die Patientin? u.v.m. Hiernach richtet sich aus meiner Sicht die Wahl des Operationsverfahrens natürlich in Abhängigkeit von der Erfahrung des Operateurs in Bezug auf die verschiedenen OP-Techniken. Damit die Verwirrung nicht zu groß wird, erläutere ich kurz die verschiedenen Möglichkeiten, die Implantatloge zu bilden:

Brustvergrößerung: subglanduläre Implantatlage über dem Brustmuskel bzw. unter der Brustdrüse:

Brustvergroesserung4_02_klein.jpg

(c) DGPRÄC

OP-Zeit: ca. 45-60 Minuten
Krankenhausaufenthalt: ambulant oder eine Nacht stationär
Zugang: Achsel, Brustwarze, Unterbrustfalte (alle gut geeignet)

Weltweit am meisten wurde bisher das Brustimplantat unter die Brustdrüse, also auf den Muskel gelegt (subglanduläre Lage). Die subglanduläre Implantation hat nach wie vor seine Berechtigung insbesondere wenn genügend eigenes Brustvolumen vorhanden ist.

Die Vorteile sind:

  • einfachere Präparation der Tasche im Vergleich zu den submuskulären Taschen
  • weniger Schmerzen für die Pat. im Vgl. zur submuskulären Tasche
  • natürliche Lage des Implantates (keine Brustmuskelvergrößerung)
  • Möglichkeit das Implantat weiter an die Mittellinie zu legen für ein tieferes Decolleté
  • kein Druck auf das Implantat bei Muskelanspannung (Gefahr des Double-Bubble oder Implantatfehllage) daher für sportlich aktive Frauen gut geeignet
  • für große Implantate und Expander geeignet
  • bei vorkommen einer Kaspelkontraktur/Kapselfibrose einfache Entfernung der Kapsel möglich
  • stumpfe Technik ohne Optik über Achselschnitt möglich


Die Nachteile sind:

  • bei Frauen mit dünner, laxer Haut und wenig Brustgewebe:
    • Gefahr der Faltenbildung (Rippling)
    • Gefahr der Tastbarkeit/Sichtbarkeit des Implantates
    • Langzeitresultat dann oft unnatürlich
  • wenn die Implantatgröße nicht im gutem Verhältnis zum vorhandenen Brustvolumen gewählt wurde, besteht die Gefahr der Fettgewebsnekrose mit nachfolgender Tastbarkeit/Sichtbarkeit des Implantates oder anderer Deformierung
  • fraglich erhöhtes Kapselfibroserisiko

 

Seit einigen Jahren wird auch eine Implantation unter den Muskel (submuskuläre Loge) propagiert. Insbesondere die Kapselfibrose (siehe Komplikationen) soll weniger häufig auftreten. Unterschieden wird in die partielle und die totale submuskuläre Augmentation.

Brustvergrößerung: totale submuskuläre Implantatlage, komplett unter dem/den Brustmuskel(n):

OP-Zeit: ca. 60-90 Minuten
Krankenhausaufenthalt: 1-2 Nächte
Zugang: Unterbrustfalte ideal, Brustwarze und Achsel mit Einschränkung (Optik notwendig)

Bei der totalen submuskulären Augmentation wird das Implantat unter die Muskeln pectoralis major, obliquus externus, serratus anterior und rectus abdominis gelegt und der muskuläre Zugang verschlossen / vernäht.

Die Vorteile sind:

  • größere Bedeckung des Implantates insbesondere im oberen-medialen und unteren-äußeren Quadranten mit Reduktion der Sichtbarkeit und Tastbarkeit des Implantates
  • reduzierte Kapselfibrose


Die Nachteile sind:

  • längere und komplexere Operation
  • Risiko des Implantatverrutschens nach oben erhöht insbesondere bei großer körperlicher Aktivität
  • etwas erhöhtes Risiko für Nachblutungen / Hämatome
  • verzögerte Mobilität / Gesellschaftsfähigkeit
  • vermehrte Schmerzen

 


Brustvergrößerung: partielle submuskuläre Implantatlage, teilweise unter dem Brustmuskel:

Brustvergroesserung3_02_klein.jpg

(c) DGPRÄC

OP-Zeit: ca. 60-90 Minuten

Krankenhausaufenthalt: ambulant, oder eine Nacht stationär.
Zugang: Unterbrustfalte ideal, Brustwarze und Achsel mit Einschränkung

Bei der partiellen submuskulären Augmentation wird das Implantat unter den Muskel pectoralis major gelegt. Dieser Muskel bedeckt dann die oberen 2/3 des Implantates. 

Die Vorteile sind:

  • größere Bedeckung des Implantates insbesondere im oberen-medialen und unteren-äußeren Quadranten mit Reduktion der Sichtbarkeit und Tastbarkeit des Implantates
  • reduzierte Kapselfibrose


Die Nachteile sind:

  • etwas komplexere Operation
  • geringer erhöhtes Risiko des Implantatverrutschens nach oben bei partiell submuskulärer Implantatlage
  • erhöhtes Risiko für Nachblutungen / Hämatome insbesondere bei stumpfer Präparationstechnik (dann Drainagen notwendig)
  • verzögerte Mobilität / Gesellschaftsfähigkeit
  • vermehrte Schmerzen bei stumpfer Präparation

 

Brustvergrößerung: Dual-Plane-Augmentation nach Tebbetts:

OP-Zeit: ca. 45-60 Minuten
Krankenhausaufenthalt: ambulant oder eine Nacht stationär
Zugang: Unterbrustfalte ideal, Brustwarze mit Einschränkung, Achsel (nur mit Optik und nur Dual-Plane-I)
Drainagen: bei Verwendung der Technik von Tebbetts oder Stan keine notwendig

Eine Kombination von beiden o.g. Verfahren stellt die Dual-Plane-Augmentation nach Tebbetts dar. Hierbei wird das Implantat im oberen Anteil unter den Muskel (partielle submuskuläre Augmentation) und im unteren Anteil unter die Brustdrüse (subglanduläre Augmentation) gelegt. Diese Technik vereint die Vorteile beider Verfahren und ist für die meisten normalen Brüste bis zu einer moderaten Ptose (Hängebrust) geeignet.


Die Dual-Plane-Augmentation wird in Abhängigkeit von der Brustbeschaffenheit auf drei Arten modifiziert: Dual-Plane I, II und III. Eine Entscheidungshilfe stellt die folgenden Tabelle dar (nach Teitelbaum):

ArtBeschreibungIndikationZiel

partiell/total
submuskulär

Brustmuskel (M. pectoralis) bleibt mit Brustbein und Unterbrustfalte (IMF) verbundenWeichteildicke im Bereich der Brustumschlagfalte sehr dünn
(IMF pinch) < 5mm
maximale Bedeckung des Implatates

Dual plane
Typ I

Ablösen des Brustmuskels im Bereich der neuen Unterbrustfalte (IMF)das ganze Brustdrüsen-gewebe ist oberhalb der IMF, feste Verbindung zwischen Drüse und Muskel, Abstand Zwischen Unterbrustfalte (IMF) und Brustware (Areola=A) A:IMF unter maximaler Dehnung 4-6cm

Dual plane
Typ II

zusätzlich zu Dual plane Typ I Lösen der Verbindungen zwischen Drüse und Brustmuskel bis zum Unterrand der Brustwarzedas meiste Brustdrüsen-gewebe ist oberhalb der IMF, weiche Verbindungen zwischen Drüse und Muskel mit leichtem Gleiten der Drüse über dem Muskel, Abstand Zwischen Unterbrustfalte (IMF) und Brustware (Areola=A) A:IMF unter maximaler Dehnung 5,5-6cm

Dual plane
Typ III

zusätzlich zu Dual plane Typ I Lösen der Verbindungen zwischen Drüse und Brustmuskel bis zum Oberrrand der BrustwarzePtosis (Hängebrust) im Stehen mit 1/3 oder mehr des Brustdrüsengewebes unterhalb der Unterbrustfalte (IMF), stärkeres Gleiten der Drüse über dem Muskel, mehr dehnbare Haut am unteren Brustdrüsenpol mit Abstand Zwischen Unterbrustfalte (IMF) und Brustware (Areola=A) A:IMF unter maximaler Dehnung 7-8cm oder mit Konstriktionen im Bereich des unteren Pols