Als Ringbandstenose (Synonyme: schnellender Finger, schnappender Finger, springender Finger, Digitus saltans, Tendovaginitis stenosans) bezeichnet man eine meist angeborene Verdickung der Beugesehne des Daumens oder der Langfinger über dem Fingergrundgelenk.
Beim starken Beugen kommt es zu einem "Einklemmen" der Beugesehne im Bereich des ersten Ringbandes (A1). In der Folge kann dann der betroffene Finger bzw. Daumen nicht mehr richtig gestreckt werden. Oft gelingt es den Finger bzw. Daumen nur mit Hilfe der anderen Hand passiv zu strecken. Es kommt zum typischen Schnappen oder Springen. Das Einklemmen selbst oder Druck von außen auf das Ringband (A1) kann schmerzhaft sein.
Die Diagnose wird in der Regel klinisch durch eine Untersuchung gestellt. Zusätzlich kann ein Röntgenbild zum Ausschluß einer knöchernen Ursache sowie eine Sonographie (Ultraschall) zur Diagnosesicherung angezeigt sein.
Ein konservativer Behandlungsversuch kann beim ersten Auftreten erwogen werden (Schonung, abschwellende Maßnahmen, ggf. lokale Injektion eines Lokalanästhetikums und Cortison). In der Regel ist die Therapie der Wahl eine chirurgische Durchtrennung des Ringbandes A1. Hierbei wird nach meist lokaler Betäubung ein kleiner Hautschnitt beugeseitig über dem Grundgelenk (MCP) durchgeführt. Anschließend wird das Ringband A1 dargestellt und unter Schonung der sich in der Nähe befindlichen Nerven und Gefäße durchtrennt. Falls eine ausgeprägte Entzündung der Gelenkhaut vorliegt (Synovitis), wird die entzündete Gelenkhaut zum Teil entfernt (partielle Synovialektomie). Abschließend wird die Haut durch einzelne Nähte verschlossen und ein Verband angelegt. Eine spezielle Nachbehandlung ist nicht erforderlich. Der betroffene Finger sollte regelmässig (z.B. 5 Minuten pro Stunde tagsüber) ohne Belastung bewegt werden, damit es nicht zu Verklebungen der Sehnen kommt. Das Nahtmaterial wird nach 10 Tagen entfernt. Bis dahin ist ein Arbeitsunfähigkeit gerechtfertigt. Der Eingriff wird in der Regel in der Praxis ambulant in Lokalbetäubung durchgeführt. Der Eingriff dauert ca. 15 Minuten.
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