Übermässiges Schwitzen

Viele Menschen leiden unter einem übermässigen Schwitzen (lat. Hyperhidrose). Häufig greifen die Mittel, die die Krankenkassen bezahlen, nicht mehr. Mit dem Schicksal müssen Sie sich aber nicht abfinden. Denn das übermässige Schwitzen kann z.B. im Bereich der Achseln oder der Hände gut therapiert werden:

Botulinuminjektion

Das Behandlungsareal wird desinfiziert und auf Wunsch betäubt z.B. durch eine Betäubungscreme. Anschließend wird Botulinumtoxin-A-Lösung durch viele Injektionen im Abstand von ca. 1cm in die Haut des betroffenen Areals gespritzt (kleine Quaddeln). Die Wirkung tritt nach einigen Tagen ein. Leider muss diese Prozedur regelmässig nach einigen Monaten wiederholt werden, da die Wirkung von Botulinum vorübergehend ist. Die Wirkdauer ist individuell unterschiedlich, sie beträgt 3-9 Monate.

Schweißdrüsensaugung, Saugkurretage in der Achsel

Bei diesem Verfahren, das einer Fettabsaugung ähnelt, wird nach Desinfektion des Behandlungsareals eine spezielle Lösung unter die Haut gespritzt. Dieses Lösung, Tumeneszenzlösung genannt, enthält zum Großteil steriles Wasser sowie ein Lokalbetäubungsmittel und etwas Adrenalin. Anschließend wird über einen kleinen Zugang (kleines Loch in der Haut) das Areal mit einer speziellen scharfen Saugkanüle von innen behandelt. Die Schweißdrüsen und deren Ausführungsgänge werden durch das Vor- und Zurückziehen der Kanüle zerstört. Zusätzlich kann ggf. eine direkte Kurretage (Kratzen auf der inneren Hautoberfläche mit einer sehr scharfen Metallschlinge/Kurrete) durchgeführt werden. Eine Hautnaht ist in der Regel nicht notwendig. Anschließend sollte ein spezieller Kompressionsverband bzw. eine Kompressionsjacke für einige Zeit getragen werden, damit sich die behandelte Haut wieder an das Unterhautgewebe anlegen und verkleben kann. An Händen und Füßen kommt dieses Verfahren nicht zur Anwendung.

Exzision und ggf. Defektdeckung

Als letzte Alternative kommt ggf. das komplette Entfernen der Haut der betroffenen Areale in Frage. Die direkte Exzision wird als Therapieoption bei rezidivierenden Infektionen (Schweißdrüsenabszeßen, Akne inversa) gewählt. In der Achsel wird in der Regel die komplette Achselhaar tragende Haut entfernt. Der dann entstandene Hautdefekt ist somit ziemlich groß. 

Zur Defektdeckung gibt es mehrere Therapieoptionen:

  • konservative Therapie=offene Wundbehandlung: man lässt den Hautdefekt einfach offen und von alleine zuwachsen. Dies dauert lange, ca. 6-10 Wochen.
  • Spalthauttransplantation: ein Stück oberflächliche Haut wird z.B. am Oberschenkel mit einer Hobel entnommen und aufbereitet (mesh graft). Danach wird dieses Spalthauttransplantat auf den Defekt gelegt und durch Nähte oder Hautklammern befestigt. Die Heilung beträgt insgesamt ca. 14 Tage. Nachteil ist, das die Spalthaut sehr dünn ist und somit eine Mulde unter der Achsel entsteht.
  • Lokale Lappenplastik: hierbei wird ein Hautlappen z.B. an der seitlichen Brustwand gehoben und in den Defekt verschoben (Verschieberotationslappenplastik) und angenäht. Die Heilung beträgt insgesamt ca. 14 Tage. Vorteilhaft ist das oft sehr gute kosmetische Ergebnis. Nachteil ist die etwas aufwendigere OP und das höhere Risiko für Wundheilungsstörungen. Dieses Verfahren kommt in der Achsel oder in den Leisten zur Anwendung. 

Links zum Thema übermässiges Schwitzen (ohne Gewähr):

http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperhidrose
http://www.hyperhidrosehilfe.de
http://www.stark-gegen-schwitzen.de